Motorradreifen - was beachtet werden sollte

Die ersten Motorradreifen vor ca. 100 Jahren sollten nur als Felgenschoner für die Holzfelgen dienen. Heutzutage gehören Reifen jedoch zu den tragenden Fahrwerks-Bauteilen eines Motorrades. Ein moderner Reifen muss ausgleichen, was Gabel und Federung nicht schaffen, Kurvenstabilität gewährleisten und möglichst lange halten. Die Qualität des Reifens beeinflusst maßgeblich die Sicherheit und den Fahrspaß. Auch Motorradreifen werden immer weiter verbessert, so dass sich das Umrüsten auf ein modernes Reifenmodell durchaus positiv auf Fahrverhalten und Handling des Motorrades auswirken kann.

Die Auswahl an Motorradreifen ist riesig, aber der Motorradfahrer ist gezwungen, Reifen zu verwenden, die speziell für seinen Motorradtyp getestet und zugelassen wurden. In den Fahrzeugpapieren sind die Reifendimensionen festgeschrieben und vermerkt, welche Reifenfabrikate explizit für das Motorrad zugelassen sind (oder es wird auf die Betriebserlaubnis verwiesen). Zunehmend verzichten die Motorradhersteller jedoch auf solch spezielle Reifenfabrikatsbindungen. In den seltensten Fällen ist dort keine Eintragung vorhanden, nur dann dürfen alle Reifen in den vorgeschriebenen Dimensionen montiert werden.

Was bedeutet das nun für Sie, wenn Sie neue Motorradreifen brauchen? Entweder suchen Sie in den Fahrzeugpapieren oder der Betriebserlaubnis nach einem explizit genannten Reifen und lassen diesen montieren. Oder Sie entscheiden sich, z.B. aus Kostengründen oder weil Sie mit den bisherigen Reifen nicht zufrieden sind, für eine Umrüstung und begeben sich auf die Suche nach so genannten „Reifenfreigaben“. Diese werden von Reifen- und Motorradherstellern, dem TÜV und Internet-Reifenhändlern oft zum Download angeboten und stellen quasi eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für ein spezielles Reifenmodell dar. Für eine korrekte Reifenfreigabe muss exakt der in den Papieren eingetragene Motorradtyp (Zeile 3 in den „alten“ Papieren, Zeile D.2 in den neuen) genannt sein. Zur weiteren Orientierung dient meist das Modelljahr. Bei neueren Motorrädern ist in Zeile K der Zulassungspapiere die EG-Betriebserlaubnisnummer vermerkt, was das Zuordnen der richtigen Reifenfreigabe einfacher macht.

Ob die Reifenfreigabe als einfacher PDF-Ausdruck Gültigkeit hat oder nur mit dem Stempel eines Reifenfachhändlers, ist auf der Freigabe selbst nachzulesen. Die Reifenfreigabe muss grundsätzlich mitgeführt werden und ist zum Beispiel bei Fahrzeugkontrollen durch die Polizei zusammen mit den Papieren vorzulegen. Eine Eintragung der Motorradreifen ist in den meisten Fällen nicht notwendig, es sei denn, es wird auf der Bescheinigung gefordert.